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Noch ehe der Hahn kräht....

Was ist los im Münsterland?

Überall Anträge landwirtschaftlicher Betriebe zur Errichtung von Hähnchenmastanlagen - und nicht nur hier, auch im angrenzenden Niedersachsen, im Erftkreis - und (fast) überall regt sich Widerstand, organisieren sich Bürger/innen gegen diese Anlagen der Massentierhaltung mit den bekannten Grunddaten von z.B. 35 kg / Tier pro m².

Kann man aber beim "globalen Huhn"(1) noch von Tier sprechen? Sind diese hoch gezüchteten Wesen mit schillernden Typbezeichnungen wie Cobb 500 wirklich noch als Tiere zu begreifen? Die Hähnchenmäster sind nur ein kleiner Teil der gesamten Wertschöpfungskette, Zulieferer für die verarbeitende Industrie, die weltweit operiert und als "globale Unternehmen" konzipiert sind.

Diese auch als "Intergatoren" bekannten Unternehmen wie die PHW-Gruppe (Wiesenhof) steuern die Belieferung der Betriebe mit Küken, Futter und Gebrauchsanweisungen für die Mast, die dann nach "optimalen Verwertungsbedingungen" durchgeführt wird und die Küken binnen einer kurzen Zeit von 38 - 42 Tagen zu dem werden lässt, was abgeholt, geschlachtet, geteilt und verteilt wird.

Dabei werden die Hähnchen vermehrt komplett aufgeteilt und nach länderspezifischen Verbrauchsgewohnheiten weiterverarbeitet und verpackt, ob nun als "Chicken-Wing" oder "Hähnchenbrustfilet für den Salat" oder was immer sich die Marketingspezialisten der "Integratoren" ausgedacht haben. Das, was man nicht gewinnbringend vermarkten kann, geht als "besondere Lieferung" an Länder der III. Welt, insbesondere nach Afrika und zerstört dort die einheimische Produktion, die mit den "Billigangeboten" der westlichen Konzerne nicht mithalten kann (2).

Der kleine Mäster im Kreis ist also nichts anderes als ein winziger Teil einer global operierenden Industrie, die permanent auf der Suche nach neuen Vermarktungsmöglichkeiten ist und über die Verteilung der Produktion auf viele Kleinbetriebe das Risiko verlagert und die Prozesse im Griff behält. Wenn also jetzt hier im Münsterland die Bauern ein "zweites Standbein" in der Hähnchenmast sehen, dann doch wohl nur, weil die "Integratoren" ihnen genau das angeboten haben, denn niemand kommt auf die Idee, 300.000 oder 1,2 Millionen Hähnchen im Jahr zu produzieren, wenn ihm niemand dieses Endprodukt abnimmt. Warum aber das Münsterland? Was treibt die Bauern in die Arme der "Integratoren"? Schaut man sich die regionale Verteilung der Geflügelindustrie in Deutschland genauer an, so stellt man schnell fest, das es einen Schwerpunkt im Emsland gibt - im Bereich Weser/Ems, und hier ist man schon lange an der Grenze des Erlaubten angekommen, wehren sich die Bürger gegen den weiteren Ausbau vor Ort und klagen über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch diese Industrie.

Also muss man sich neue Regionen aussuchen, und da bietet sich das Münsterland aus mehreren Gründen an:

  • rudimentär vorhandene Strukturen der Hähnchenmast * regionale Nähe
  • Zuständigkeit der Genehmigung Anfang 2008 durch die Landesregierung geändert - genehmigungsrechtliche Zuständigkeit jetzt bei den Landkreisen
  • vorhandene Flächen (für Gebäude, aber auch für die Mistausstreuung) * bäuerliche Betriebe auf der Suche nach Alternativen zur Schweinemast bzw. nach lukrativeren Möglichkeiten
  • Verwendung des Hähnchenkots für Biogasanlagen als "neue Möglichkeit" der Kostenreduktion bzw. der Einnahmeverbesserung

Das alles passt, macht das Münsterland interessant für die Integratoren - aber haben sie mit dem Widerstand der Menschen gerechnet oder sind sie davon ausgegangen, das sie diese Produktion im Münsterland ohne Schwierigkeiten und mit dem Segen durchgesetzt bekommen? Wie haben die Top-Manager der "Integratoren" das Münsterland eingeschätzt, denn sie sind ja nicht dumm!

Wenn sie ausweichen müssen und eine neue Zielregion definieren, dann kalkulieren sie natürlich den Protest ein, denn den bekommen sie überall! Ein Blick nach Vettweiß in der Nähe von Erftstadt (3) zeigt, was sich an Widerstand entwickeln kann - aber hat man damit auch im Münsterland gerechnet? In Havixbeck haben über 2.500 Menschen gegen die Errichtung eines Maststalls unterschrieben, in Borghorst wird es wohl eine Klage geben - und so gibt es weitere Städte im Münsterland, die diesen MIST nicht haben wollen. Diesen Protest kann man nur unterstützen, Argumente gibt es auf alle Fälle genug! Das fängt mit dem Tierschutz an (eigentlich ein Witz, in diesem Zusammenhang von Tierschutz zu sprechen) und hört mit der EU-Politik (4) in diesem Bereich noch lange nicht auf. Hier vermischen sich die unterschiedlichsten Ebenen der Gegnerschaft, und auch die Linkspartei muss ihren Beitrag leisten, muss an der Seite derjenigen stehen, die sich durch eine solche Industrie "nachhaltig belästigt" fühlen. Diese Unterstützung kann vielfältig aussehen. Hier sollen nur die wichtigsten Ebenen angerissen werden: * als Bürger der jeweiligen "Zielortgemeinden" sind wir als Unterzeichner und aktive Demonstranten dabei; * auf unserer Webseite werden wir Informationen zum Thema "Hähnchenmast" zur Verfügung stellen - werden aber in unserer Berichterstattung über diesen Bereich hinausgehen, denn Massentierhaltung und damit verbundene Probleme beschränken sich eben nicht auf das globale Hähnchen; * über unseren Landtagsabgeordneten Rüdiger Sagel (5) sind wir in der Lage, die Landesregierung zu umfassender Information zu verpflichten; * sollte es zu Klagen kommen, müssen wir uns finanziell beteiligen und die BI's in ihrem Kampf begleiten. Aber wir müssen auch den landwirtschaftlichen Betrieben sagen, was denn Alternativen wären?

Gerade die kleineren Betriebe hören doch von ihren Verbandsvertretern und von landes- bundes- und europäischen Einrichtungen, das das Hofsterben weitergehen muss (die sagen das nicht so deutlich, meinen aber exakt das!) , das der Konzentrationsprozess noch lange nicht abgeschlossen sei und wenn sich hier kleinere Betriebe einen vermeintlichen Rettungsstrohhalm suchen, dann muss uns das zu denken geben und uns veranlassen, auf der politischen Ebene diesen Höfen eine alternative Chance zu geben, mit den Akteuren das Gespräch suchen um Initiativen ergreifen zu können. Die Ablehnung der Hähnchenmast ist die eine Seite der Medaille - die Probleme der kleineren Betriebe eine andere.

Das gilt es zu begreifen, diese Widersprüchlichkeit muss in der politischen Argumentation im Hinterkopf bleiben, erst dann werden wir dem tatsächlichen Problem hinreichend gerecht. Größere Betriebe, die ebenfalls auf den fahrenden Zug aufspringen, wie z.B. in Vettweiß, wo pro Jahr 1,2 Millionen Hähnchen gemästet werden sollen, sehen dabei natürlich auch die Potenziale der "Erneuerbaren Energien", also Biogasanlagen. Hier spielt "Hähnchenmist" eine immer wichtigere Rolle, entwickelt sich gerade dieser Bereich ausgesprochen stark. Im Hafen C-Port in der Nähe von Friesoythe im Emsland (6) plant eine Investorengruppe die Errichtung einer "zweizügigen Anlage zur gestuften Reformierung von Geflügelmist" mit einer Feuerungswärmeleistung von 30 MW, für die jährlich 90.000 Tonnen Mist benötigt werden. Wenn man sich ausrechnet, wie viele Tiere man dafür jährlich benötigt, dann kann man natürlich die Frage stellen, ob hinter dem massiven Ausbau der Hähnchenmast im Münsterland ein MASTERPLAN steht, der ganz andere Dinge vorhat! Wenn dem so ist, dann muss das auf den Tisch, denn dann wird die Geschichte verständlicher.

Wenn es also nur "am Rande" um Hähnchenmast geht, dahinter aber die "Erneuerbaren Energien" stehen, dann muss man die laufenden Prozesse noch genauer beobachten. Viele Landwirte sehen sich ja schon jetzt gerne als "Energiewirte" und damit als Bastion im Kampf gegen CO²-Ausstoß! Die Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die 2009 in Kraft treten, die Diskussionen über Tiermist als Substrat für Biogasanlagen, die überall "Gewehr bei Fuß" stehenden Investoren ändern den Blickwinkel auf die Landwirtschaft insgesamt. Schon jetzt nutzen viele bäuerliche Betriebe (aber nicht nur die!) im Münsterland Biogasanlagen, um die betriebswirtschaftliche Gesamtsituation zu verbessern und pflanzen Mais nicht nur und ausschließlich für die Viehfütterung, sondern speziell für diese Anlagen an. Dagegen gibt es noch keinen Widerstand - diese Entwicklung verläuft streng nach marktwirtschaftlichen Unregeln - und wenn demnächst ein Großteil der Ackerfläche im Münsterland mit Mais bepflanzt wird, dann erübrigen sich die "Mais-Labyrinthe", denn dann haben wir das im Großformat. Was diese Entwicklung, die massiv läuft, auf Dauer für uns bedeutet, bedarf einer breiten gesellschaftlichen Diskussion, bedarf der gesellschaftlichen Planung und kann nicht den viel zitierten Marktkräften überlassen bleiben. Was diese Marktkräfte bewirken können, das zeigen die Preisentwicklungen für Getreide, Mais, Pachtpreise ... etc. auf Weltmarktebene und geben einen Vorgeschmack für das, was hier passieren kann, wenn es nicht gesteuert wird, bzw. nicht nach sozial-ökologischen Nachhaltigkeitskriterien steuerbar ist.

Es geht uns also darum, den Blick über den Tellerrand zu wagen und die Landwirtschaft als Teil eines größeren Zusammenhangs zu begreifen, auch und gerade hier im Münsterland. Massentierhaltung ist hier eine Großindustrie geworden - mit all ihren negativen Seiten - erinnert sei nur an die Diskussion um rumänische Arbeitskräfte bei Westfleisch - ein Unternehmen, welches jeden Tag tausende von Schweinen schlachtet und weitererarbeitet. Auch hier gibt es Anfragen des Tierschutzes, auch hier kann man sich mal die Frage erlauben, ob das denn alles sinnvoll ist, was da passiert. Die Landwirtschaft in Deutschland hat sich in den letzten Jahren fundamental verändert - und sie strebt neue Horizonte an. Das gilt allerdings nur für die großen Betriebe, die sich die hohen Investitionen erlauben können, bzw. ohne Schwierigkeiten Investoren finden, die einen "schnellen Euro" machen wollen. Für die kleineren Betriebe wird die Luft immer dünner, nimmt der Druck massiv zu und dabei spielen dann alle Akteure brav mit und sorgen für die "marktwirtschaftliche Bereinigung". Zum Schluss noch ein Wort zum Widerstand gegen die geplanten Anlagen durch die Politik im Kreis, in den Kommunen. Die genehmigungsrechtliche Verantwortung liegt in NRW seit dem 1.1.2008 bei den Landkreisen (7) - die Gemeinden werden aufgefordert, ihr Einvernehmen zu erklären.

Mehr bleibt für die Kommunen nicht übrig - und wenn dann eine Gemeinde, wie z.B. Havixbeck, dieses Einverständnis verweigert, dann nur deswegen, weil sich eine BI gründen musste, die genau das von ihren kommunalen Vertretern forderte. Erst durch den massenhaften Protest gegen die Anlage sahen sich die politischen Vertreter genötigt, etwas dazu zu sagen. Aber was nützt das der Kommune. Wenn die eingereichten Unterlagen des potenziellen Betreibers korrekt sind - und damit haben die Unternehmen, die diese Stallungen bauen, ihre Erfahrungen (8) - dann kann der Kreis die Genehmigung nicht verwehren, dann bleibt einer BI nur noch der Klageweg, und der ist mit hohem finanziellen Risiko verbunden ohne eine Garantie auf Erfolg. Das zum Thema "Demokratie und Marktwirtschaft" - aber das hat NOKIA auf einer anderen Ebene der Auseinandersetzung viel besser gezeigt! Die SPD sieht den eigentlichen Verursacher für das Problem bei UNS allen - dem Verbraucher. "Mit der Diskussion um die Errichtung eines Hähnchenmastbetriebes in Poppenbeck ist wieder einmal das Thema Massentierhaltung in Havixbeck in den Fokus gerückt. Das Bedrückende dieser Anlagen sollte für uns Anlass genug sein, darüber nachzudenken, ob wir mit unserem Konsumverhalten dazu beitragen, dass die Mastbetriebe wie Pilze aus dem Boden schießen." (Quelle: Stellungnahme der SPD – Fraktion - Havixbeck) Was soll das! - Als Verbraucher bin ich für alles verantwortlich - da ich alles WÄHLEN darf - ich kann mit dem Fahrrad fahren statt mit dem Auto, ich kann auf das Handy verzichten und damit den Bürgerkrieg im Kongo stoppen, ich kann ein Öko-Hähnchen kaufen ... ich habe eine solche Macht als Verbraucher, das ich sogar die SPD abwählen und dafür die Linkspartei wählen kann! Als Verbraucher, als Bürger möchte ich, und das sollte die wirkliche Macht des Verbrauchers sein, gesellschaftlich darüber entscheiden können, wie diese Gesellschaft ihren Reichtum produziert und wie dieser verteilt wird - da hätte ich dann tatsächliche Macht, über mein Leben, meine Gesundheit frei entscheiden zu können, aber das geht unter den Bedingungen, unter denen wir wirtschaften leider nicht - das hat die SPD übrigens völlig vergessen - oder sie hat da irgendetwas falsches gewählt!

Bernard Perrefort

_________________________________________________

(1) Ulrich Petschow, Anita Idel - Das globale Huhn. Quelle: http://www.agrobiodiversitaet.net/download/DasGlobaleHuhn.pdf (zuletzt aufgerufen am 01.09.2008)

(2) Francisco J. Mari - „Genießbare Abfälle“ - Neuartiges Dumping von Agrarprodukten durch die EU – das Beispiel Afrika; in "Kritischer Agrarbericht 2008; S. 33-ff. Quelle: http://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2008/Mari.pdf (zuletzt aufgerufen am 01.09.2008)

(3) Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung und für Umweltschutz in Vettweiß. Quelle: http://www.bmuv.de/Aktuelles.htm

(4) RICHTLINIE 2007/43/EG DES RATES vom 28. Juni 2007 mit Mindestvorschriften zum Schutz von Masthühnern. Quelle: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2007:182:0019:0028:DE:PDF (zuletzt aufgerufen am 01.09.2008)

(5) http://www.sagel.info

(6) Erstellung einer zweizügigen Anlage (2x15 MWth) zur gestuften Reformierung von Geflügelmist. Quelle: http://www.reents-planung.de/Blauerturm.htm

(7) "Die Kreise und kreisfreien Städte haben zum 01.01.2008 die Aufgaben der "Unteren Umweltschutzbehörden" übernommen. Ihnen wurden im Zuge dieser Verwaltungsstrukturreform unter anderem die Zuständigkeiten im "Anlagenbezogenen Immissionsschutz" übertragen. Die Bezirksregierungen sind nur noch für besonders gefährliche Anlagen im Sinne der Störfallverordnung, für Anlagen mit besonders komplexer Technologie und für regional bedeutsame Anlagen zuständig". Quelle: http://www.kreis-borken.de/kreisverwaltung/aufgabenbereiche/bauen-und-wohnen/anlagenbezogener-immissionsschutz.html

(8) Als Beispiel für eine schlüsselfertige Komplettanlage für die moderne Hähnchenmast - Big Dutchman. Quelle: http://www.bigdutchman.de/bd_infos/anzeigen/HaehnchenmastDGS.pdf


Neues von der Hähnchenmast



Keine weiteren Schritte gegen Hähnchenmast-Anlage (Münstersche Zeitung vom 20.01.2009) oder Nein zur Hähnchenmast (WN-Online vom 20.01.2009)

Wann kommen solche Meldungen, die sich auf Betriebe in Metelen (Kreis Borken) und Borghorst (Kreis Steinfurt) beziehen, im Kreis Coesfeld? Wie lange kann sich der Kreis noch gegen die Betreiber durchsetzen? Die Hähnchenmast hat sich verändert - man spricht hier von einem Strukturwandel, und da möchten nun auch bäuerliche Betriebe im Kreis Coesfeld dabei sein.

Aber nicht nur im Münsterland steht das Thema auf der Tagesordnung, sondern auch im Rheinland. Und auch hier massiver Widerstand gegen den Anlagenbau!

Die Betreiber allerdings setzen auf gesetzliche Grundlagen und da freut man sich dann schon mal, wenn aus dem Ministerium positives verkündet wird:
Ermutigende Signale aus Berlin - Bundeslandwirtschaftministerium legt Verordnungsentwurf zur Haltung von Hähnchen vor

Hier bleibt also abzuwarten, welche Wege man im Kreis Coesfeld beschreiten wird.

Die Linke stellt sich klar auf die Seite der Bürgerinitiativen gegen diese Anlagen und will die öffentliche Debatte darüber führen. Lesen Sie dazu auch einen grundlegenden Artikel hier. Bei einer solchen Debatte müssen auch die legitimen Interessen der bäuerlichen Betriebe angesprochen werden, die sich über die Hähnchenmast einen Zuverdienst erhoffen, um der drohenden betriebswirtschaftlichen Lage zu entgehen. Eine solche Diskussion geht dann natürlich weit über die Hänhchenmast hinaus und kommt sehr schnell bei der SYSTEMFRAGE an, denn auch dieser Bereich der gesellschaftlichen Produktion unterliegt einer Logik, die man brechen muss, damit man neue Wege beschreiten kann. Siehe dazu auch einen WN-Bericht über eine Veranstaltung 2008 in Havixbeck mit Friedrich Ostendorff.


Ergänzung

Bei all den Turbulenzen der letzten Wochen und Monate gehen "positive Meldungen" oftmals unter. Daher wollen wir - gerade mit Blick aufs karnevalistische Wochenende - mal eine solche zu Wort kommen lassen:

Hähnchen werden billiger!


Sinkende Kosten für Futtermittel und Rohstoffe entlasten die Käufer von Hähnchen- und Geflügelfleisch.

Zeitweise seien die Preise für die Endverbraucher auf teilweise mehr als drei Euro je Kilo gestiegen, nun seien es wieder um die 2,50 Euro, teilte der größte deutsche Hähnchenerzeuger PHW («Wiesenhof») am Freitag in Hamburg mit. Der Geflügelkonzern steigerte im vergangenen Geschäftsjahr (30.6.) seinen Umsatz um 22 Prozent auf 1,93 Milliarden Euro, rechnet im laufenden Jahr aber lediglich mit einem stabilen Umsatz. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Geflügel stieg in Deutschland von 18,0 auf 18,5 Kilogramm pro Jahr.


Greenpeace Magazin

Hähnchen werden billiger - Geflügelverbrauch steigt


aber auch:


Strukturwandel in der Hähnchenmast


Die Hähnchenmast in Deutschland gewinnt an Bedeutung. Dies zeigen die Ergebnisse der Viehzählung des Statistischen Bundesamtes vom Mai 2007. Zu diesem Zeitpunkt wurden in Deutschland 59,2 Millionen Hähnchen gehalten, das entspricht einem Zuwachs von 8,4 Prozent im Vergleich zur vorherigen Vollerhebung im Jahr 2003.

In der Putenmast wurden 10,9 Millionen Tiere registriert, das waren 2,7 Prozent mehr als 2003.


Größere Hähnchenbestände


Der Strukturwandel in der Geflügelwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt. Rund ein Fünftel der Betriebe ist von 2003 bis 2007 aus der Produktion ausgestiegen, die verbliebenen 8.680 Betriebe wurden im Schnitt größer. 99 Prozent der Hähnchen werden in Betrieben mit mindestens 10.000 Tieren gehalten; größere Betriebe ab 50.000 Hähnchen haben mit einem Plus von 11,8 Prozent an Bedeutung gewonnen.


Die Zahl der Betriebe mit 10.000 bis 49.999 Tieren verringerte sich dagegen von 2003 auf 2007 um zehn Prozent. Die durchschnittliche Betriebsgröße im Bundesgebiet ist somit deutlich gestiegen. Im Mai 2007 wurden im Schnitt 41.100 Hähnchen je Betrieb gehalten, im Mai 2003 lag die Zahl bei 35.400 Hähnchen. Um bei dieser Berechnung zu aussagefähigeren Ergebnissen zu kommen, sind Kleinstbestände mit bis zu 100 Hähnchen nicht berücksichtigt.

Quelle: http://www.zmp.de/agrarmarkt/gefluegel/2009_01_06_Viehzaehlung_Gefluegel.asp


Und dann noch was zu Lesen zum Wochenende

Ich bin dein "Grillhähnchen"

http://www.provieh.de/downloads/kimasthuhnweb.pdf


Die globale Hühnerwirtschaft

http://www.allerwelthaus.org/texte-einfach/weltinfo312.pdf


http://www.zmp.de/info/jahresbericht.pdf

Zum Jahresbericht 2008|2009


PHW-Gruppe vor hohen Investitionen in Deutschland

http://www.phw-gruppe.de/pdf/Pressenotiz2009.pdf

Rechterfeld / Hamburg, den 13. Februar 2009


Fachgespräch Geflügelhaltungsanlagen im Kreis Coesfeld - 04. Dezember 2008

Es war eine intensive, detailreiche und sehr engagiert geführte Diskussion. Über fünf Stunden lang dauerte das Fachgespräch zum Thema Geflügelanlagen, zu dem der Kreis Coesfeld die beteiligten Interessengruppen eingeladen hatte. Landrat Konrad Püning konnte dazu am Mittwoch (03. Dezember 2008) mehr als 70 Gäste im großen Sitzungssaal des Kreishauses begrüßen.




Arme Sau - Das Geschäft mit dem Erbgut - 43:52 - 26.03.2008
WDR

25. Juni 2007, WDR Fernsehen Landwirt Christoph Zimmer traut seinen Augen nicht. In drei unauffälligen Aktenordnern schlummert brisantes Material - ein Patentantrag auf Schweine. Genforscher des großen amerikanischen Biotechnologie-Konzerns Monsanto haben bestimmte Abschnitte des schweinischen Erbgutes entschlüsselt und beschrieben. Diese wollen sie nun weltweit als Patent anmelden. Im Falle einer Erteilung wäre Schweinezucht nur noch mit der Genehmigung des Konzerns möglich. Das alarmiert die deutschen Züchter.


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Hähnchenmast
Gesendet am: 21/02/2009 13:12   von: Anonymous
 
Solange wir alle Hähnchen essen wollen, muss die Hähnchenmast so betrieben werden, wie wir es aktuell tun. Niemand ist doch bereit, mehr Geld für Fleisch zu bezahlen!

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