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„Es rettet uns kein höheres Wesen … und auch kein Zorro“
das war einmal! Jetzt stehen andere, selbsternannte Retter überall auf der Matte und wollen OPEL retten.
Das kann doch eigentlich nur alle freuen, tut es aber nicht.
FIAT misstraut man – und auch Magna ist da nicht viel besser im Rennen, aber was will man? Diese Geschichte wird „kapitalistisch abgewickelt“, ob das nun die Österarm-Kanadier bekommen, oder aber die Italiener – einer wird’s schon richten und dann geht es ans Eingemachte, dann wird alles neu aufgestellt – aber die gesamte Autobranche wird gerade neu aufgestellt – da vollziehen sich gigantische Verschiebungen in den Strukturen.
Chrysler wird von FIAT übernommen, GM in der Insolvenz, Porsche wird von VW geschluckt (?) und OPEL kurz vor der Übernahme. Daimler krebst vor sich hin – und was ist mit all den anderen?
Hier werden Überkapazitäten abgebaut und dabei sollen alle mitwirken, alle ihr „Päckchen tragen“, auch die Beschäftigten.
Wenn es dabei einen Produktionsstandort trifft, dann muss man halt diese „Kröte“ schlucken – und wenn es Kaiserslautern ist, dann trifft des den „Looser Beck“, also nicht den Falschen!
Althaus, Koch und Rüttgers sind aus dem Rennen, es trifft den Sozialdemokraten Beck und sein Ländle!
Damit können doch die CDUler leben! – aber was sagt die IG Metall dazu, was sagen die Betriebsräte dazu, die Vertrauensleute? Kann man eine solche Geschichte so über sich ergehen lassen? Kann man zulassen, wenn hier die Betriebe parteipolitisch ausgespielt werden und die Italiener diese Karte sehr gut spielen?
Natürlich hat man diese Karte in der Hand beim Pokerspiel um OPEL, aber fragt eigentlich noch jemand die Mutter, also GM? Was sagen die eigentlich zu dem Geschacher um ihre Tochter? Will man da nicht wissen, mit dem die Tochter sich vereinen möchte und was das Brautgeschenk ausmacht?
Brauchen eine "Magna Fabbrica Italiana Automobili Torino" - NEIN - wir brauchen die Macht der Menschen, die diese Produkte herstellen, die diese Produktion übernehmen und autonom entscheiden, wie es weitergehen soll! Sie haben das WISSEN um die Produktion, sie sind diejenigen, die dafür sorgen, das die Autos "Just-in-Time" bei den Kunden ankommen - wieso müssen da noch irgendwelche Spekulanten hinten dranhängen?
Wir haben eine Krise!

Wir haben eine Krise! - Echt? Ist ja unglaublich! Wo kommt die eigentlich her? (siehe auch hier)
Jetzt ist es auch bei Politikern und Wissenschaftlern angekommen. Man hat jetzt begriffen, dass „die Finanzkrise voll in der Realwirtschaft angekommen ist“.
Was soll diese Verdummung?
Es geht nicht um eine Krise, die von „boshaften, gierigen und geldsüchtigen“ Managern in der Finanzwirtschaft ausgelöst wurde, und die sich nun, ohne das man etwas dagegen tun konnte und kann, auf die Realwirtschaft ausweitet – es geht um einen Systemfehler, und dieser Fehler wirkt sowohl bei den „Bankstern“ als auch bei „normalen Managern“, die Shareholdern gegenüber verantwortlich sind – es geht um eine Logik, die von allen Beteiligten maximalen Profit erwartet!
Man (frau) macht sich Sorgen um den „sozialen Bestand“ in Deutschland und selbst der DGB befürchtet „soziale Unruhen“ – und auch Gesine Schwan beteiligt sich an dieser Diskussion mit ähnlichen Positionen wie der DGB-Vorsitzende (Schulterschluss?) – aber es kommen auch sofort die „Mahner“ zu Wort. Olaf Scholz darf davon sprechen, das Frankreich anders ist, auch Griechenland (welch ein Ding!) – und die Medien schießen sich auf den Begriff „sozialen Unruhen“ ein, die man nicht möchte, denn dann hätten wir ja wohl eine „richtige Krise“.
"Wenn sie sich nicht dazu verständigen, alles zu unternehmen, mit den Gewerkschaften zusammen, mit den Betriebsräten zusammen Beschäftigungen zu stabilisieren, dann drohen auch in diesem Land wirklich soziale Unruhen". (DGB Chef Sommer im ZDF-Morgenmagazin – 23.04.2009)
"Wir haben natürlich ganz andere Bedingungen - zu denen zählt schon, dass Deutschland ein funktionierender Sozialstaat ist, der auch Möglichkeiten schafft, mit schwierigen Situationen klarzukommen" und "Wir müssen alles tun, um Massenentlassungen zu vermeiden" (Olaf Scholz – Bundesarbeitsminister im ZDF-Morgenmagazin – 23.04.2009)
"Wenn eine Million Menschen demnächst in einer schwierigeren Situation sind und dann den Eindruck haben, dass die Regierung nicht genügend tut, dann können sie zornig werden." (Oskar Lafontaine im Videochat mit tagesschau.de – 23.04.2009)
Droht jetzt eine Revolution? Könnten die „sozialen Unruhen“, von denen da die Rede ist, eine Revolution entfachen?
"Damit betreibt man doch das Geschäft von Rattenfängern am rechten und linken Rand". "Heute soziale Unruhen in Deutschland heraufzubeschwören vergiftet das Klima und verringert die Chance auf positive Wirkung der Konjunkturprogramme".
(Horst Seehofer – zitiert nach AFP vom 23.04.2009)
Man möchte nicht die „sozialen Unruhen“ herbeireden – daher auch die heftigen Reaktionen auf die Äußerungen von Sommer und Schwan, aber was steht hinter diesem Theater? Wen würde es wundern, wenn jetzt die Menschen kämpfen, wenn jetzt die Menschen aufstehen für eine andere, bessere Welt, gegen die aktuelle Misere auf die Straße gehen und sich massenhaft an Aktionen beteiligen, die diesem System den Garaus bereiten?
Stimmen dazu:
Umfrage soziale Unruhen - Wird´s in Deutschland krachen? (TAZ 24.04.2009)
Arbeitgeber und Politiker verdammen Warnung vor sozialen Unruhen (Spiegel 24.04.2009) Laumann: Von sozialen Unruhen sind wir weit entfernt (Der Westen 23.04.2009)
Neue Westfälische: KOMMENTAR Soziale Unruhen durch Wirtschaftskrise? Spiel mit dem Feuer WOLFGANG MULKE, BERLIN
„Raueres soziales Klima, keine Unruhen“ - Professor Christoph Butterwegge (Kölnische Rundschau 23.04.2009)
Soziale Unruhen: Comeback des deutschen Terrorismus möglich (LifeGen 23.04.2009)
Paritätischer Wohlfahrtsverband erwartet keine sozialen Unruhen (News AdHoc 24.04.2009)
GdP-Chef mahnt zu Zurückhaltung in Debatte um soziale Unruhen (ddp-Interview 24.04.2009)
Pressestimmen - "Erinnert sich jemand an Straßenkämpfe?" (FTD 24.04.2009)
Und wenn man Guido Westerwelle (FDP) Glauben schenken darf, dann steht die Revolution wirklich vor der Haustüre. Guido Westerwelle - „Entsetzt über den Linksrutsch der CDU“

Wir haben eine soziale Krise!
Aber was ist die Dimension dieser Krise – wie müssen wir diese Krise einordnen und wie können wir sie auch historisch auf den richtigen Nenner bringen?
Wir müssen mit einer Einschätzung der Krise sehr behutsam umgehen.
Die „aktuelle Krise“ hat eine Verlaufsform. Sie entwickelt sich in jedem Land auf einem bestimmten Niveau der gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Finanzmarktkrise, die nun in der Realwirtschaft angekommen ist, hat Deutschland erreicht, aber das auf einem Niveau, welches schon katastrophal genug war!
Agenda 2010, Hartz IV, SGB II, ALG II, neue Armut, Prekarisierung, Leiharbeit … all das gab es auch schon vor der Subprime-Krise in den USA – nun bleibt allerdings die Frage, ob das eine mit dem anderen etwas zu tun hat, und da gibt es dann durchaus die Zusammenhänge.
Diese sind sehr komplex, aber auch verdammt richtig – aber wer diese Zusammenhänge nicht erkennt, der wird auch der aktuellen Krise nicht gerecht. Die richtige Einordnung der Krise kann uns allerdings behilflich sein, die richtigen Schritte einzuleiten – und die gehen wesentlich weiter, als sich die „REGULIERER“ das aktuell vorstellen können.
Wenn wir uns also der Krise nähern, dann müssen wir einfach im Hinterkopf behalten, was vorher gewesen ist. Wir müssen einen Blick auf die historische Entwicklung wagen, der wesentlich größere Zeitspannen in Anspruch nimmt, als das die Krisenticker heute tun, obwohl es natürlich viel einfacher ist, die Daten der aktuellen Krise zu benennen.
Wir haben aber nicht nur eine SOZIALE KRISE – wie haben auch eine Krise der demokratischen Öffentlichkeit! Man will uns nämlich sagen, wie wir mit dieser Krise umzugehen haben! Das ist demokratieschädlich – extrem demokratiefeindlich, denn es kann nicht angehen, das Medien einen Kampf im Interesse derjenigen führen, die diese Krise zu verantworten haben, und dabei diejenigen, die gegen diese Krise aufstehen wollen, mundtot machen!
Aktuell passiert allerdings genau das und wir sind quasi Zeitzeugen dieser Auseinandersetzung – aber wir erleben diese Auseinandersetzung auch auf einer historisch neuen Niveauebene. Heute kann man nicht mal einfach „Politik machen“, sondern es gibt das Internet – hier können sich Menschen verständigen und austauschen und sich Gedanken machen über das, was die „Herrschenden“ denn so treiben und wollen – und wie sie das dann auch über die „bezahlten Kanäle“ schicken können.
Wer in der aktuellen Diskussion den Begriff „soziale Unruhen“ verwendet, der wird an die Wand gestellt! Zwar an die „virtuelle Wand“, aber er wird von allen Seiten beschossen und muss sich fragen: „Was habe ich gesagt?“
Die „Herrschenden“ haben Angst – mehr kann man eigentlich nicht aus diesen Attacken heraus interpretieren – und sie haben berechtigte Angst. Für sie geht es um einen Besitzstand, den sie in den letzten Jahren und Jahrzehnten aufgebaut haben, und den sie jetzt nicht verlieren möchten. Das kann doch jeder verstehen! – Und deswegen nutzen sie jetzt alle vorhandenen Kanäle, um einem „sozialen Aufbegehren“ etwas entgegen zu setzen.
Aber - SIE können sich auf den Kopf stellen – der Widerstand kommt! – und auch die „sozialen Unruhen!“
„Wer Wind sät, wird Sturm ernten!“
Neues - aber auch Bekanntes zur Krise
Andreas Langenohl, Kerstin Schmidt-Beck
Die diskursive Entgrenzung und Eindämmung von Finanzmarktkrisen: Die jüngste
US-Immobilienkrise und daran anschließende „Systemdiskussionen“ in Deutschland
Papier für die Sektionsveranstaltung „Unsicherheit auf Märkten“ der Sektion
Wirtschaftssoziologie auf dem Kongress der DGS, Jena, Oktober 2008
Ist der Neoliberalismus in der Bundesrepublik am Ende
Beate Landefeld (Beitrag bei der „Krisendiskussion” der Marx-Engels-Stiftung am 7.2.2009)
Ist der Neoliberalismus tot zu kriegen?
Die Verhandlungen zum EU-ASEAN Freihandelsvertrag in Zeiten der Finanzkrise
Neoliberalismus, Finanzkapitalismus und die Krise des Europ. Sozialmodells von S. Schulmeister
Was ist Neoliberalismus? Genese und Anatomie einer Ideologie Gabriele Michalitsch
Kreditkrise durch Neoliberalismus?
Univ.-Prof. Dr. Karl Socher
Grundzüge und Besonderheiten des Neoliberalismus in Deutschland
Karl Georg Zinn
Der Neoliberalismus der 30er Jahre: Wurzel der Sozialen Marktwirtschaft
Kommunisten und Krise – warum der Sozialismus notwendig ist
Beate Landefeld – Referat 19.2.2009 bei der MAB Dortmund
Neoliberalismus mit menschlichem Gesicht? Die neue Armutsbekämpfungspolitik auf dem Prüfstand
Hans-Jürgen Burchardt
Memorandum 2009 - Der Neoliberalismus ist Schuld an der Krise (Arbeiterkammer Österreich)
Neoliberale Geopolitik
Transatlantische Konzepte einer militärischen Absicherung der Globalisierung
von Jürgen Wagner
Kredit, Kapital und Krise
Von der Überakkumulation des Kapitals zur aktuellen Krise des Geldes
von Hans-Peter Büttner
Mythen des Neoliberalismus und Ursachen neoliberaler Hegemonie Egbert Scheunemann Stand: 5. März 2007
Globale Krise des Kapitalismus
Werner Rätz, im Januar 2009
Von Igeln und Hasen oder: Ein Blick auf den Neoliberalismus (2000)
Bernhard Walpen
Anmerkungen zur internationalen Finanzmarktkrise und zur dümmsten Theorie aller Zeiten
Egbert Scheunemann
Die Krise denken
Die Globalisierung in der Krise - Hilft die Katholische Soziallehre weiter?
Jörg Althammer
Michael Heine: Systemische Unsicherheiten und keynesianische Makrotheorie
Wie kann der Staat der Wirtschaft helfen? Mit Effizienz und Glaubwürdigkeit (2009)
Bernhard Emunds
Schwacher starker Staat (2008)
http://www.sankt-georgen.de/nbi/komm/schwacherstarkerstaat.pdf
DREI SZENARIEN ZUR WEITEREN ENTWICKLUNG DER WELTWIRTSCHAFT - Roland Berger (2008)
http://www.rolandberger.com/media/pdf/rb_press/Roland_Berger_think_act_content_special_G_20081111.pdf
Zur Finanzmarktkrise - Die Verantwortung des Staates (2008)
Roland Vaubel - Universität Mannheim
http://www.vwl.uni-mannheim.de/vaubel/pdf-Dateien/ZurFinanzmarktkriseDieVerantwortungDesStaates111208.pdf
Die Wurzeln der Krise - Der Kapitalismus ruiniert sich selbst (2009)
Markt und Staat in der Globalisierung - Zur Kritik eines falschen Gegensatzes (2000)
von Stephan Grigat
http://www2.cddc.vt.edu/digitalfordism/fordism_materials/Grigat2.pdf
Soziale Marktwirtschaft im Sog des Finanzkapitalismus
http://www.berlin-co.com/fileadmin/download/Soziale_Marktwirtschaft_im_Sog_des_Finanzkapitalismus.pdf
Die Heuschrecken als Perversion des Finanz-Kapitalismus
Alfred Mechtersheimer
Franz Müntefering entdeckt die „Heuschrecken“
http://www.deutschlandjournal.de/Deutschland_Journal_Ausgabe_20/Die_Heuschrecken_als_Perversion_des_Finanz_Kapitalismus.pdf
Chancen in der Krise nutzen - Konjunkturprogramme weltweit
http://www.gtai.de/DE/Content/Standardbeitrag/chancen-in-der-krise.html
Folgt die EZB dem Kurs der Fed?
Das hohe Leistungsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten - Ein Risiko für die Weltwirtschaft und für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland?
Weltwirtschaftliche Schwerpunktverschiebung nach Asien?
Joachim Betz
WELTWIRTSCHAFT - Sieben Gründe für die Krise
Dem Weltmarkt misstrauen
Die Nahrungskrise nach dem Crash
von Thomas Fritz | FDCL, Berlin, Dezember 2008
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